wußte, daß ſeine Braut ſehr muſikaliſch ſei, und hatte da⸗ für nicht geſorgt? Ohnehin durch die Gegenwart der Mutter verſtimmt, rückte er ſeinem Vater näher und un⸗ terhielt ihn durch lebhafte Vorwürfe. Es ſollte ſogleich ein neues Inſtrument verſchrieben werden; es ſei eine Schande, das Schloß der Rheinfeld in dieſem verwahrloſten Stande zu laſſen, was mußte Frau von Gasmund von ſolcher Un⸗ aufmerkſamkeit für ihre Tochter denken; am beſten, man ſende noch dieſen Abend einen reitenden Boten ab, und ließe ſchleunig das fehlende Möbel kommen. Der Baron vertheidigte ſich vergeblich gegen die Anklagen und Vor⸗ würfe des Sohnes, welcher ſchmollend und zürnend ihm nicht von der Seite wich, bis ihm ſeine Forderung ge⸗ währt ward.
Madame Latour verrichtete wieder ſchweigend ihr Amt. Thorilde redete ſie franzöſiſch an, meinend der Klang ihrer heimathlichen Sprache müſſe ihrem Ohre wohlthä⸗ tig ſein. Auch war es ſo; denn ſie lächelte und warf einen gütigen Blick auf ſie; allein karg und einſilbig blieben demungeachtet ihre Erwiederungen.
Die Baronin benutzte dieſen Moment, wo Alle be⸗ ſchäftigt waren und kein Ohr ihre Worte zu belauſchen ſchien, um Frau von Gasmund zuzuflüſtern:„Eine Ge⸗ fahr droht uns. Ich ſehe ſie; allein ich kann ſie nicht nen⸗ nen. Ganz in unſerer Nähe lauſcht ein Verderben. Die
Geiſter haben es mir geſagt.“


