Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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der uns in fünf Minuten dahin bringt, während der Wa⸗ gen eine halbe Stunde braucht,“ bemerkte Ludolf.

„Dann iſt es aber wohl ſehr ſteil?“ fragte ſie, ver⸗ wundert aufſchauend.

„Ach nein. Es ſind Stufen und dann geht es durch einen in den Felſen geſprengten Gang. Unſere Vorfahren haben ihn gemacht, um unbemerkt dieſe Warte erreichen zu können, und mein Vater hat ihn reſtauriren laſſen. Als Knabe war es mein Verſteck. Wenn ich lernen ſollte, ſo entſchlüpfte ich meinem Lehrer durch dieſe Paſſage.“

„Das war nicht recht von Dir, Ludolf,“ ſagte Tho⸗ rilde vorwurfsvoll.

„Schilt mich nicht jetzt noch deshalb,“ erwiederte er ſchmollend.„Ich wünſche ja ſelbſt ſchon genug, daß ich fleißiger geweſen wäre, und nichts mehr zu lernen brauchte.“

„Dahin kommt man nie, Ludolf. Je mehr man weiß, je mehr wünſcht man zu wiſſen,“ ſagte Thorilde altklug.

„Das glaube ich, wird mein Fall nicht ſein,“ meinte der junge Baron. Die Braut lachte und ſchlug ihm vor, von morgen an ſeine engliſchen Studien wieder aufzunehmen; er aber ſchob es hinaus, bis ſie die ganze Umgegend kennen gelernt habe und ihnen die Zeit lang werde.

„Glaubſt Du, daß dies jemals geſchehen wird?“ ſagte ſie kopfſchüttelnd.

„Auf Umgang dürfen Sie leider nicht allzu ſehr