„Sie blieben aber doch nicht minder Herren auf Rheinfeld?“
„Das wohl; aber, à quoi pon?— Herren auf Rheinfeld ſein, bedeutete, für eine bevorzugte Stellung, ſehr wenig, wir dürfen daher, uns dieſe zu erhalten, nicht nachgeben.“
Man konnte die entfernter liegenden Beſitzungen heute nicht mehr in Augenſchein nehmen, und kehrte daher auf einem Umwege in das Schloß zurück. Dieſer führte durch einen im Rücken des Berges gelegenen ſehr ſchönen Wald, worin ein leines Jägethaus ſtand, vor dem ſie an⸗ hielten. Wie es ſchien, war dieſes Haus auf den Ruinen eines alten Mauerwerkes errichtet, das ein Schloß, oder auch nur einen Thurm oder eine Warte vorgeſtellt haben mochte; denn in dem kleinen Garten ragten mit Epheu bewachſene Ruinen maleriſch aus den zum Bedarf des Hauſes angepflanztem Gemüſe hervor. Aber auch das
neue Haus trug einen altmodiſchen Anſtrich: die Fenſter
waren klein, lagen ſehr hoch und waren alle mit Gittern
verſehen. Selbſt an den Dachſtuben war dieſe Vorſichts⸗
maßregel getroffen, obwohl es dort nicht gegen den Einbruch geſchehen ſein fonnte. Indem Thorilde muſternd ihr Auge darauf ruhen ließ, fiel ihr dieſer Umſtand auf.
„Wäre Dein Fuß nicht ſchwach, ſo könnten wir nach Hauſe gehen; denn von hier über den Berg führt ein Pfad,


