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Schickſal nennen, muß kommen, um den blinden Augen
Licht zu geben, ihnen die Aufgabe des Lebens zu zeigen. Man nahm Erfriſchungen zu ſich; der Pachter und ſte, Thorilde faßte ſich ſo weit,
ſeine Frau bedienten die Gäſ um freundlich mit ihnen von ihren Geſchäften und ihren
Kindern reden zu können. Schnell gewann ſie nun deren
Zutrauen, Vorathsboden, Milchkammer und Keller wurden
ihr gezeigt, und alle Einzelheiten der Wirthſchaft ihr aus⸗
einander geſetzt. Sie hörte ihnen mit Theilnahme, wenn
auch noch nicht mit Verſtändniß zu, und ihr Eingehen auf
die Intereſſen dieſer Leute verlieh ihrem Selbſtbewußtſein das Genügen einer erfüllten Verbindlichkeit.
Ludolf folgte ihren Schritten, der Baron und Frau von Gasmund blieben allein im Zimmer zurück. Als man die Kühe, das Federvieh und ſchließlich den Garten beſah, fing auch er Theilnahme zu zeigen an. An den Spaliers prangte das ſchönſte Obſt, auf einen Wink der Pachterin pflückte der Gartenburſche die rothbäckigen Pfirſiche ab, legte ſie auf Blättern in einen neuen Korb, und brachte ſie der gnädigen Braut. Dieſe Gabe war ſchon eine Herzens⸗ gabe, es war die Geburt des keimenden Wohlwollens. Thorilde empfand das, und legte in ihren Dank den Aus⸗ druck der Wärme, welcher, aus dem Herzen kommend, an die Herzen geht. Als ſie in das Haus zurückkehrte, war die Falte auf ihrer Stirne verſchwunden.
„Man hat Sie geplagt,“ bemerkie der Baron, als ſie


