Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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war alſo zu Muthe, als gehöre ſie ſich ſelbſt nicht mehr an, ſondern ſei im Dienſte der Menſchheit eine Miſſion zu erfüllen beauftragt, und mit dieſem Rufe an ihr Herz und ihre Willfährigkeit kam ſie ſich Gott näher getreten vor; ja verſtand ſie zum erſten Male der Empfindung nach die ideale Aufgabe der Mutter Gottes— welche irdiſch ge⸗ nommen die eines jeden Weibes iſt und bleibt.

Ihre Geſtalt hob ſich, ihr dunkeles Köpfchen ſenkte ſich, und ein neues Licht ſtrahlte aus ihrem Auge; Demuth und Gottergebung hatten es ihr geliehen. Die Pflicht der Dankbarkeit, aus Familienpietät geübt, hatte ihr Herz kalt gelaſſen; indem es jetzt, die Menſchen, wie Gottes Kinder, zu beglücken ſich vorſetzte, und die edelſte der Empfindun⸗ gen, die der Humanität, in ſich aufkeimen ließ, wurde ihre Bruſt weit und ein neues Glück ihr offenbar. In ſich verſenkt, wie eine Träumende, ſchaute ſie um ſich; ein neuer Tag war für ſie angebrochen, ein neues Leben hatte für ſie begonnen. Sie war durch ihr Empfinden eine Chriſtin geworden. Sie nahm ihr Kreuz auf ſich, und ge⸗ lobte den Gehorſam; ſie war eine Geweihte des Herrn, der ihr in dieſer kurzen Minute ſeinen ewigen Geiſt mitge⸗ theilt hatte.

So liegt der ſchlummernde Funke in mancher Men⸗ ſchenſeele begraben, die inneren Stimmen ſchweigen vor dem Geräuſche der Welt, und was wir Unglück und hartes

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