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tragen nicht. Thorilde gewahrte die verwunderten Blicke und gerieth dadurch in doppelte Verlegenheit. Schüchtern wandte ſie ſich den Kindern zu, und ſtrebte, indem ſie ei⸗ nige freundliche Worte an dieſe richtete, ſich zu faſſen.
An der Thüre des Wohnhauſes empfing ſie nicht minder feierlich der Pachter mit ſeiner Familie und daß nicht auch der Prediger ſie pewillkommte, dankte ſie nur ſeiner zufälligen Abweſenheit, dem heute vielleicht unwill⸗ kommenen Rufe an das Bett eines Kranken.
Alle dieſe Leute grüßten ſie wie ihre zukünftige Herrin, die Schöpferin ihres Wohlſtandes, ihres irdiſchen Glückes, ihre Tröſterin in der Noth, ihre Stütze in jeder Wider⸗ wärtigkeit; das flößte ihr ein Gefühl der Beſchämung vor ſich ſelbſt ein, von dem ie ſich nicht gleich erholen konnte. Denn hatte ſie wohl jemals daran gedacht, welche Ver⸗ pflichtungen ſie als Gattin des Baron von Rheinfeld übernehmen würde?— Hatte ſie ſeine Hand wohl aus einem anderen Beweggrunde angenommen, als den, durch ſeinen Namen den Makel ihrer Geburt zu verdecken, ihre geſellſchaftliche Stellung zu ſichern?— Eigennutz hatte ſie
alſo geleitet. Und nun ſah ſie ſich ſo verehrungsvoll, wie ein Weſen, das Glück zu bringen gekommen iſt, willkom⸗ men geheißen. Es waren nicht Ludolf und ſeine Eltern, es waren alle zu deren Grundbeſitz gehörenden Leute, welche von ihr den Erben dieſes Hauſes und das Fortbeſtehen der gewohnten Beziehungen zu demſelben erwartetenz ihr


