Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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möge, nicht erhitzt, ermüdet, oder ich weiß nicht wie aus⸗ ſehend, vor ihr zu erſcheinen, weil ſie dann ſogleich den Tod auf meiner Stirne geſchrieben ſehen würde; und da ich nicht immer einen Spiegel zur Hand hatte, ſo ſtahl ich mich, wo ich nur konnte, aus ihrem Geſichtskreiſe hinweg. Hätteſt Du das nicht auch gethan?“

„Vielleicht!“ verſetzte Tborilde überlegend.„Sie muß aber recht unglücklich ſein, Deine arme Mutter, wenn ein ſolcher Wahn ſie quält.“

„Das iſt ſie auch, das iſt ſie ganz gewiß!“ fiel Lu⸗ dolf mit ungewöhnlicher Lebhaftigkeit ein.„Und darum mußt Du Geduld mit ihr haben, wie wir Alle. Willſt Du das?“

„Gewiß, gern! Nach dem, was Du mir mitgetheilt haſt, werde ich ſie mit großer Nachſicht behandeln, verlaß Dich darauf.“

Sie waren, während dieſes Geſpräches, eine kleine Treppe hinaufgeſtiegen, und wanderten nun durch verſchlun⸗ gene, bald auf⸗, bald abſteigende Gänge, bis ſie in einen völlig finſteren Raum traten. Hier ließ Ludolf den Arm ſeiner Begleiterin fahren, tappte an der Wand umher, bis er eine dort geſuchte Erhöhung gefunden, drückte darauf, und eine kleine Oeffnung in der Form eines Viereckes ſprang vor ihnen heraus, und gewährte den Blick in ein weitläufiges, düſter ausſehendes Gemach. Ludolf, ſchon vertraut mit der Unbequemlichkeit des Einganges, ſchlüpfte

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