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wohnt, Ludolf hatte ihn, weil die Mauern Einſturz drohen ſollten, nie betreten. Die aus ſchwerem Eichenholz gezim⸗ merte Eingangsthüre trug ein großes Vorhängeſchloß. Von dieſem Theile aus führte ein unterirdiſcher Gang unter der Leraf e des Neubaues fort in das Frele; er hatte den Raubrittern bei einer Belagerung zum Entkommen gedient, und noch jetzt konnte man von der Seite verſteckt den Berg hinunter ſchlüpfen. Thorilde hörte geſpannt ſei⸗ nem Berichte zu. Sie hatte bis jetzt nur von alten Schlöſ⸗ ſern geleſen, und ihre Einbildungskraft mit Sagen, Räu⸗ bern, Geſpenſtern und Falſchmünzern geſpannt; noch kürz⸗ lich erſt war ihr im Engliſchen„Schloß Udolfo“ von Mrs. delſß in die Hände gefallen und hatte ſie mit Schauern durchzittert. Das Düſtere, Geheimnißvolle dieſer Räum⸗ lichkeiten ließ ſie auf Ungeahntes, Ungehofftes rechnen. „Es iſt auch ein Burgverließ da, worin Menſchenknochen liegen, und dann giebt es Zimmer hier, zu denen man den Eingang nicht finden kann,“ fuhr Ludolf in ſeinem Be⸗ richte fort, ſich freuend, daß Thorilde dieſen ihm durch die Gewohnheit gleichgültigen Dingen eine ſo große Aufmerk⸗ ſamkeit ſchenkte. Ihm ſelbſt war das Schloß ſeiner Väter ſo werth, daß er auf Erden keinen ſchöneren Aufenthalt kannte; auch ihr Intereſſe dafür wach zu ſehen, war ihm daher unendlich erwünſcht; ſie gefiel ihm jetzt noch einmal ſo gut, ſeit ſie die Geſcſihie von jedem Steine dieſes alten Bu kennen lernen wollte.


