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er ſie wie ein Kind angeſehen, und mit ihrer Neigung ge⸗ ſpielt, daß ſie ſeiner Eitelkeit zur Folie gedient, von Liebe in ſeinem Herzen keine Regung vorhanden geweſen ſei! Dieſe bittere Täuſchung und Enttäuſchung vergab ſie nicht ihm, nicht ſich, und nur, indem ſie jetzt der Pflicht ſich in die Arme warf und den weiblichen Stolz an ihre Seite rief, konnte ſie ſich vor einem ſie in ihren eigenen Augen erniedrigenden Schmerze retten.
Sie las ein Gebet und ein Capitel in der Bibel; dann erſt trat ſie in das anſtoßende Zimmer, wo Frau von Gasmund ihrer bereits harrte.
„Du biſt ſchwarz gekleidet?“ ſagte dieſe.„Iſt das Zufall, iſt es Wahl?— Aber für eine Braut iſt die düſtere Farbe nicht ganz ziemlich, und Du würdeſt mir einen Ge⸗ fallen thun, wenn Du den Anzug wechſeln wollteſt.“
„Wie, Mama! Aberglaube bei Dir!“ verſetzte Tho⸗ rilde und zog unter heiterem Lachen ihre Hand an die Lippen.
„Ich habe ſchlecht geſchlafen, böſe, mir den Blick noch umnebelnde Träume gehabt,“ ſagte ſie und zwang ſich ein heiteres Geſicht zu macheu.„Seit ich in Dein helles Auge ſehe, wird mir ſchon leichter zu Muthe.“
Sie ſetzten ſich zum Frühſtücke. Während Thorilde darauf hinausſchlüpfte, ein himmelblaues Kleid anzuzie⸗ hen, ließ ſich die Baronin von Rheinfeld anmelden.„Wird mir viel Ehre ſein!“ ſagte Frau v. Gasmund und zog ihre


