in Gott, des Vergänglichen im Irdiſchen, ihr Lager. Sanft ſenkten ſich ihre Lider, und ſchon umfing ſie ein Traum, als ſie eine ſchwere Thüre in den Angeln gehen hörte und ein gellender Schrei an ihr Ohr drang. Sie horchte halb be⸗ wußt; allein als nichts weiter erfolgte, hielt ſie das Ge⸗ hörte für Traum und entſchlief.
Als ſie erwachte, ſchien die Sonne ſchon hell in ihr Gemach, und weſſen Gemüth hätten deren lichte Strahlen je trübe gelaſſen? So ſprang ſie denn heiter von ihrem Lager auf, kleidete ſich raſch an und nahm ſich vor, durch ihre muthig heitere Stimmung auch bei Frau von Gas⸗ mund günſtig zu wirken; denn obwohl man im täglichen Beiſammenſein mit Perſonen ſelten eine ſich langſam ge⸗ ſtaltende Veränderung ihres Aeußeren oder Inneren be⸗ merkt; ſo war ihr doch nicht entgangen, daß die noch vor kurzem ſtattlich, ja ſchön ausſehende Frau jetzt abmagerte und ſich nicht mehr, wie ſonſt, aufrecht trug, wodurch ſie um viele Jahre älter erſchien. Nahm ſie nun auch an, daß Ellena hierzu die nächſte Veranlaſſung gegeben, ſo wollte ihr Gewiſſen doch auch ſie ſelbſt nicht ganz frei von Schuld ſprechen; denn war es nicht ihr Verhältniß zu Leopold geweſen, welches dem bis dahin glücklichen Familienleben den erſten Stoß verſetzt?— Mußte ſie ſich aus ihrem ge⸗ heimen Verſtändniß mit ihm nicht einen Vorwurf machen? — Und wie bitter kränkend war, bei dieſem Punkte ihrer Selbſtbeſchauung angekommen, der Gedanke für ſie, daß
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