Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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gezündet. Thorilde ſetzte ſich davor und ſah dem Spiele der Flamme zu. So ermüdet ſie ſich auch fühlte, ſo wollte kein Schlaf ſie finden; denn ſeit ſie ihre neue Heimath be⸗ treten, war ihr unheimlich zu Muthe. Trotz des ſie um⸗ gebenden Glanzes, trotz alles Scheines der Behaglichkeit, war ihr der Eindruck geworden, daß hier kein Behagen herrſche; allein der einmal ſich geſtellten Aufgabe getreu, ſuchte ſie dieſe Empfindungen zu bannen, und Frau von Gasmund, wenn nicht ein glückliches, doch ein heiteres, ge⸗ faßtes Angeſicht zu zeigen. Sie ſtand auf, ſchlich in deren Zimmer hinüber, und küßte die ſich ſchlafend Stellende auf die Stirne. Dann zog ſie den Vorhang von ihrem Fenſter zurück und blickte hinaus in die ſtille Nacht. Die ganze Natur lag in tiefem Frieden da, am Himmel zogen Wolken über des Mondes Angeſicht hinweg, die tauſend Stimmen der Erde ſchwiegen, Gott hatte in dieſer Stunde allen Lebenden den Schlaf und mit ihm das Vergeſſen gegeben.

Sie faltete andachtsvoll die kleinen Hände und trug ihr Herz zu dem Ewigen empor. Da ward es ruhig in ihrer Bruſt. Sie öffnete das Fenſter. Leiſe ſäuſelnd ſtreifte jetzt ein Nachtwind durch die hohen Ahornbäume undflüfterte ihr:Stille! Stille! zu; ſie neigte ihr Haupt in die Hände und gelobte:Ich will!

Sie ſchloß das Fenſter, zog den Vorhang herab und ſuchte geſtärkt, getröſtet durch die Betrachtung des Ewigen