Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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ſchöne Braut in das Schloß ſeiner Väter zu führen, nicht zwei Minuten ruhig ſitzen. Frau von Gasmund ſaß bleich und gefaßt ihm gegenüber, mit ſtarker Willenskraft jeden Einfluß der äußern Eindrücke von ſich fern haltend; denn ihr winkte das erſehnte Ziel.

Das Eingangsthor war mit Blumen geſchmückt, auf der in das Schloß führenden Treppe ſtand der Baron, und winkte ſchon von ferne mit der Hand ein Willkommen entgegen. Als der Wagen hielt, öffnete er ſelbſt den Schlag, und hob Frau von Gasmund heraus, der er ſeinen Arm bot, um ſie mit ſtattlicher Würde die Stufen hinauf durch die Halle in die inneren Gemächer zu führen, es Ludolf überlaſſend, ein Gleiches für die Tochter und künftige Schwiegertochter zu thun.

Der Thee ſtand ſewirt, der Keſſel dampfte, im Kamin brannte ſogar, der Kühle des Abends wegen, ein Scheit Holz mit luſtig blintender Flamme, wohulich und traulich ſah es in dem Gemache aus und ein Gefühl der Behaglich⸗ keit überſchlich die nach der Ermüdung des Tages hier raſten ſollenden Reiſenden. Frau von Gasmund vermißte die Frau vom Hauſe und ſo eben wollte ſie nach dieſer fragen, als der Baron ſchon, ihr zuvorkommend, das Wort nahm, um deren Nichterſcheinen mit der ſpäten Stunde zu entſchuldigen. Die Baronin, hieß es, hätte ſich bereits in ihre Gemächer zurückgezogen. Den ungünſtigen Eindruck bemerkend, welchen dieſer Mangel an Rückſicht für die ihr