Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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verſehenen Garten vor, dem einige große Ahornbäume ſogar gegen die Mittagsſonne Schatten gewährten.

Ueber das Schloß hinaus ragte der Berg, an den es ſich lehnte, noch in beträchtlicher Höhe empor, von herr⸗ lichem Laubholze bedeckt, durch das ſchmale Pfade gehauen waren. Abwärts führte dagegen eine breite Straße in Windungen, um das Fahren zu erleichtern.

Was dem Orte an Reiz abging, war Waſſer. Kein Springbrunnen und keine Cascade plätſcherte hier, kein noch ſo kleiner Bach ergötzte mit ſeinem Rieſeln das Ohr, kein See lieh ſeine Spiegelfläche der Landſchaft zum Auge. So kam es, daß man in dieſer Umgebung, trotz ihrer Schönheit, ſtets etwas vermißte.

Es war Abend, als Frau von Gasmund und Thorilde, begleitet von dem jungen Rheinfeld, hier einfuhr. Sie hatten den Tag auf den Fluthen des Rheins, in einem Boote ſich ſchaukelnd, zugebracht, und ihre Ankunft nicht beeilt. Die Luft war unten glühend heiß geweſen; hier oben wehte es kalt ſie an und in der ſich ſenkenden Dämmerung gewan⸗ nen die Mauern ein düſteres, melancholiſches Anſehen; beſonders von der Fahrſtraße aus war dies der Fall, weil man hier nur den alten Theil des Gebäudes vor Augen hatte, deſſen ſchwärzliches Grau dunkelgrüner Epheu über⸗ ſchattete.

Thorilde empfand ein Fröſteln und hüllte ſich in ihren Mantel. Ludolf konnte vor ungeduldiger Erwartung, die

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