Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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mund mit ihnen; man trank die Geſundheit des jungen Paares und entwarf heitere Zukunftspläne. Frau von Gasmund willigte ein, ſo wie Thorildens Fuß es geſtatte, nach Schloß Rheinfeld zu kommen, und dort bis zur Hoch⸗ zeit des jungen Paares, die in höchſtens zwei Monaten ſtattfinden ſollte, zu verweilen. So oft der Baron von die⸗ ſen zwei Monaten ſprach, that ſie einen langen Athemzug. Zwei Monate würde ihr Leben ſchon noch aushalten, hoffte ſie.—

Der Staatsanwalt wollte mit dem Abendzuge nach Berlin zurückkehren; Frau von Gasmund ſchrieb nach Tiſche einige Briefe, die er zu beſorgen übernommen hatte. Baron Ludolf begleitete ſeinen Vater auf einem Spazier⸗ gange; der Vormund ſetzte ſich indeſſen zu Thorilden, die er, ſeit er hier war, noch nicht ohne Zeugen geſehen hatte, nahm ihre kleinen Hände in die ſeinigen und ſagte, ihr theilnehmend in die dunkeln Augen blickend:„Haben Sie den Entſchluß, dem Baron Ludolf Ihre Hand zu reichen, auch wirklich aus eigenem Antriebe gefaßt?— Verſprechen Sie ſich auch Glück von Ihrer neuen Lage? Gezwungen ſind Sie zu nichts.— Der Freund Ihres ſeligen Vaters wird zu allen Zeiten Ihr Beſchützer und Beiſtand ſein. Mein Haus nennen Sie Ihre zweite Heimath. Nicht die Wünſche Ihrer Pflegemutter dürften Sie daher beſtimmen; ſondern nur die eigenen. Sie ſehen für eine glückliche Braut zu bleich aus.“

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