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richtet ſei; wenigſtens vermuthe ich es nach der ſchonenden Weiſe, womit er über manches hinweg ging. Was können wir nun mehr thun, als ſchweigen, wo wir zum Reden nicht aufgefordert werden?“
„Aber— wenn mir ſpäter ein Vorwurf daraus ge⸗ macht würde, Mutter?“
„Dir?— Nur mich könnte ein ſolcher treffen, denn ich habe den Heirathscontract mit dem Vater geordnet. Dieſer wünſcht die Partie. Du ſcheinſt ihm für ſeinen Lu⸗ dolf wie geſchaffen. Soll ich ihm nun ſeine Freude da⸗ durch verderben, daß ich Makel an unſerm Stammbaume hervorhöbe, die er zu kennen nicht gefordert hat?— Das hieße ja ſeine eigene Ehre an den Nagel hängen.“ Thorilde ſchwieg; aber mit einem tiefen Seufzer. Sie wußte den Gründen der Mutter nichts entgegen zu ſetzen; und dennoch ſprach ein leiſes Etwas in ihrer Bruſt den be⸗ ruhigenden Worten derſelben Hohn. Der Arzt wurde ge⸗ meldet und verhinderte eine weitere Erörterung. Er rieth ihr ſich auf eine Krücke zu ſtützen, und auf dem Balcon die friſche Luft zu genießen; denn er ſchob ihre tödtliche Bläſſe auf den verſchloſſenen Raum. Auch Frau von Gasmund's Befinden ſchien ihm bedenklich.„Die Luft hier bekommt mir nicht,“ entgegnete dieſe.„Veränderung des Ortes wird meine beſte Arzenei ſein.“
Als Baron Ludolf eine Stunde ſpäter erſchien, fand er Thorilde unter hohen Oleanderbäumen, in der friſchen Amely Boelte: Die Mantelkinder. 1. 14


