Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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„Sie ſind nervös, guädige Frau. Sie laſſen ſich von Einbildungen beherrſchen, wo ſie dem, was iſt, muthig

die Stirne zu bieten hätten. Es wird Ihnen eine ernſte ⁵ Krankheit zuziehen, wenn Sie dieſer Aufregung nicht

Einhalt thun. Ich werde gleich bei meiner Rückkehr mit dem Geheimrathe Ledebuhr darüber ſprechen; er muß hier ein⸗ ſchreiten.“ „Wenn Thorilden's Hochzeit gefeiert iſt, wird mir beſſer zu Muthe werden,“ ſagte ſie niedergeſchlagen,„aber

bis dies Ziel erreicht iſt, hilft mir kein Arzt und keine Ar⸗ 1

zenei, hilft mir nur Gott.— Es würde mich wahnſinnig machen, wenn ich des Kindes Ruf in irgend einer Weiſe gefährdet ſähe, oder ſeine Anſprüche an das Leben durch 3

Ellena's Thorheit vernichtet würden.“ 1

„Das haben Sie gottlob ja nicht zu fürchten,“ fiel 1

der Staatsanwalt beruhigend ein.“ Wenn ſie einwilligt

des jungen Baron's Gattin zu werden, ſo ſind Sie über

alle Sorge hinaus. Die Hochzeit können Sie ja, um Ihren i

Nächten den Schlaf zurückzugeben, feiern, ſobald Sie

5 wollen.“

3 Sie trennten ſich.—

8 Frau von Gasmund hatte in der Nacht einen ſehr

unglücklichen Traum; ſie ſah ſich ſelbſt im Sarge, und erwachte unter den Schauern des Todes. Um ſich blickend, gewahrte ſie das erſte Morgengrauen, und der Hahnenſchrei verkündete den erwachenden Tag. Sie fühlte nach ihrem

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