Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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ſo einzurichten, daß er ſich nie unter vier Augen mit ihr befand, und ſchon am zweiten Tage traf der Staatsanwalt ein, in deſſen Beiſein nun ſogleich das Geſchäftliche ge⸗ ordnet wurde. Da ſie ſich zu jedem Opfer, welches die in Ausſicht geſtellte Verbindung ihr abfordern konnte, bereit zeigte, ſo war ſchnell Alles abgemacht. Der Vormund fragte ſie dann heimlich freilich: ob ſie dem Baron bereits jeden Aufſchluß über die Mutter Thorildens gegeben habe; da ſie aber erwiederte, daß keine Frage in Bezug auf dieſe an ſie gerichtet worden ſei und ſie dem Anderen nicht auf⸗ dringen wolle noch könne, was er zu wiſſen nie verlangt habe, ſo beruhigte er ſich bei dieſem Beſcheide der welt⸗ klugen Frau.

Der Staatsanwalt fand ſein Mündel außerordentlich verändert, es erſchien ihm größer und älter, und in den wenigen Wochen, ſeit er es nicht geſehen hatte, auf er⸗ ſtaunliche Weiſe gereift zu ſein. Er fand es bleich freilich; aber ſonſt ruhig, gefaßt. Wer ſie nicht genau kannte, hätte nie bemerkt, daß ein Wurm an dieſer Blüthe nage. Sie

ſchien es zu wiſſen, daß er in ihrem Innern zu leſen wünſche;

denn ſo oft er ſein Auge auf das ihrige richtete, deckte

ſie es mit den langen ſchwarzen Wimpern.

„Ich werde morgen früh mit Thorilden über ihre Verbindung mit dem jungen Barone Rheinfeld ſprechen,“ ſagte Frau von Gasmund ſpät am Abend zu dem Vor⸗