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ein Dutzend Mädchen in die Welt, und das will ich zur Ehre Gottes und unſerer Familie nicht hoffen. Je we⸗ niger Töchter, je beſſer; freilich find auch viele Söhne für eine alte Familie ein ſchwer zu bewältigendes Gut.“
„Wenn man die rechte Zahl nur beſtellen könnte!“ fiel Frau von Gasmund mit lächelndem Spotte ein.„Aber wir müſſen wohl aufbrechen! Es wird feucht, und die Abendluft möchte Ihrem Rheumatismus nicht zuträglich ſein, lieber Baron. Wo aber ſind die Kinder?“
Dieſe waren denHügel hinabgegangen, um am Ufer des Baches Vergißmeinnicht zu pflücken, und dabei hatten ſie ſich weiter und weiter entfernt. Ludolf ſammelte die Blumen in ſeinen Hute, und als dieſer gefüllt war, ſetzten ſich Beide auf einen Baumſtamm und Thorilde wand Kränze, wozu er ihr die Blumen einzeln hinreichte. Das murmelnde Waſ⸗ ſer, das Säuſeln hoch oben in den Zweigen, die Stille ringsum that dem Mädchen wohl. Es beruhigte ſie. Wer ſie genau kannte, dem entging es nicht, daß die Bläſſe ihrer Wangen, die feſtgeſchloſſenen Lippen, die oft geſenkten Wimpern einen tiefen Seelenſchmerz verbargen.
Ludolf plauderte von ſeiner Heimath; ſie lächelte, nickte, gab eine halbe Antwort, die feinen Finger zierlich bewegend; er war zufrieden, daß ſie ihm zuhörte, und ſee⸗ lenvergnügt. Endlich waren die Blumen alle verbraucht, und ſie ſtanden auf. Dabei glitt Thorilde aus, und wenig fehlte, ſo wäre ſie in den Bach gefallen; allein Ludolfs


