Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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„Warum aber, wenn Sie ſolche Beſorgniß hegten, geſtatteten Sie ihm nach Wiesbaden zu gehen?“

„Ich es ihm geſtatten?“ lächelte der Baron.„Mei⸗ nen Sie denn, daß er meine Erlaubniß dazu eingeholt habe?— Er iſt ein verzogenes Kind, wie ich Ihnen ſchon ſagte. Als letzter Erbe ſeines Stammes war er uns ſo werth, daß wir nicht daran dachten, ihm etwas verſagen zu wollen. Ein ernſtes Wort hat er nie von uns gehört.— Wo er nicht gutwillig verzichtete, gaben wir nach. Denken Sie nur an die entſetzliche Ausſicht, unſer Stammgut in die Hände von Lehnsvettern fallen zu ſehen, die wir haßten, wie ſie uns! die auf unſern Tod warten! Hätte ich Lu⸗ doif verloren, ſo würde ich mich von meiner Frau haben trennen müſſen, um eine zweite Heirath, eines Erben hal⸗ ber, einzugehen, und ich geſtehe es, oft ſchon hatte ich dieſe Möglichkeit in das Auge gefaßt; denn er war ein kränkliches Kind von zarter Conſtitution, für deſſen Leben man ſtets zitterte.“ „Dennoch ließen Sie ihn Militairdienſte nehmen?“

„Weil er es wollte. Gottlob! Auch damit iſt es jetzt vorbei! Er wird ſeinen Abſchied nehmen und mit ſeiner jungen Frau unſer Stammſchloß, deſſen einen Flügel ich für ihn eimrichten laſſe, bewohnen.“

Sollte man die jungen Leute nicht lieber ſich ſelbſt überlaſſen?“ „Wohin denken Sie, meine verehrte Freundin! Als