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und doch, indem ich mit Ihnen plaudere, iſt es mir, als ob wir Beide erſt geſtern von einander geſchieden wären,“ ſagte ſie.
„Auch ſind wir im Herzen noch dieſelben, und werden jetzt durch das Glück unſerer Kinder auf's Neue jung. Ich kann Ihnen nicht oft genug wiederholen, welche Freude mir die Bekanntſchaft meines Sohnes mit Ihrer Tochter ge⸗ währt hat! Iſt es doch, als ob der Himmel es ſo gefügt hätte, daß ſie gerade hier zuſammentreffen mußten! Als er mir von dem Begegnen mit der ſchönen Thorilde von Gasmund ſchrieb, mich fragte, ob die Mutter nicht zu mei⸗ nen Bekannten gehöre und mich um eine Empfehlung an Sie bat, fiel mir eine Centnerlaſt vom Herzen; denn der Aufenthalt an einem Badeorte, wo eine Spielbank iſt, hat ſtets ſeine Gefahr für einen jungen Mann, und nicht ohne Sorge wußte ich ihn in der gefährlichen Nähe.“
„Aber Baron Ludolf ſpielt nicht, ſo viel mir be⸗ kannt iſt?“
„Er ſpielt nicht, nein; mais, que voulez vous, chöre amie? Die Taſche gefüllt, Credtt überall, und der ganze lange Tag vor ſich; wie leicht läßt man ſich dann verleiten, einen Verſuch zu machen und il n'y a que le premier pas, qui coüte.— So kann ich dem Himmel nicht genug danken, daß er ihm dieſe Leidenſchaft ſandte, die ihn vor einer ſchlimmeren bewahrte.“
Amely Boelte: Die Mantelkinder. 1. 13


