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„Karl! O mein Gott! Karl!“ hauchte ſie bewegt, und ſtreichelte ſeine Wange, und beugte ſich mit mütterlicher Zärtlichkeit über ihn hin, um ſeine Stirne zu küſſen.„Mein Karl! Mein innig geliebter Freund! Was fS Dir? Sieh! Du betrübſt Deine arme Agathe, betrübſt ſie bis ins tiefſte Herz hinein, wenn Du ſo mit Dir ſelbſt zerfall en, ſo auf⸗ geregt zu mir kommſt. Was ſoll ich da ſagen? Wie Dich tröſten? Ich, die ich an Dir eine Stütze, einen Halt haben möchte, um mir den Muth zu geben, ſo manches mir Auf⸗ erlegte zu tragen; ich ſoll nun noch Deine Tröſterin ſein. Und ach! womit Dich tröſten? 2 Was ſoll 6 ſagen, wenn Du ſo bekümmert biſt, wie auch heute wieder, und ich rath⸗ los in Dein he Auge ſchaue, um in Deinen Blicken zu leſen, was Dir eigentlich fehlt? Ich weiß es ja nicht⸗ ich wußte es ja nie, was Du vom Leben begehrteſt. Liebe? Die findeſt Du bei mir. Ruhm? Den bringt Dir die Aus⸗ übung Deines Talentes. Geld? Der Genügſame bedarf ſo wenig, und ich würde mich gern mehr einſchränken, wie es jetzt geſchieht, wenn ich Dir damit eine Sorge er⸗ ſparen könnte. Ich möchte am liebſten ja nichts von Dir annehmen, möchte ſelbſt erwerben, was ich für mich und meine Kinder bedarf und ſo Gott will, ſoll es auch künftig geſchehen. Da nun aber in allen dieſen Hauptbedingungen zum Glücke der Quell Deines Elends nicht zu ſuchen iſt, wo ſoll ich ihn denn vermuthen?— Ich weiß es nicht.— Und daß ich es nicht weiß, ſieh! das betrübt mich ſo tief,


