Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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„Du ſiehſt gar nicht wohl aus! Deine Züge ſind ſo ſchlaff— ſo übernächtig! Biſt Du in Geſellſchaft geweſen?“

„Ja; die ſchöne Camilla Wurmſer gab ein Souper, wobei der Champagner floß. Ich konnte kein Auge darauf ſchließen.“

„Du ſollteſt dergleichen nicht mitmachen, Leopold!“

„Warum nicht mitmachen?“ fuhr er auf.„Es tödtet doch ein paar Stunden an dieſer Exiſtenz, die man Leben nennt! In der Luſt vergißt man den Schmerz.“

„Aber das Erwachen,— das thut dann doppelt weh, nicht wahr?“ fragte ſie mit einem, aus bekümmertem Herzen kommenden Tone.

„Weh! aber nicht doppelt weh,“ erwiederte er, ſie träumeriſch und abweſend anblickend,„wie jedes Er⸗ wachen zu dem halben Bewußtſein des Lebens. Schlaf oder Tod iſt Eins; wenn nur die Seele ruht!— Wenn ſie aber wacht, ſo iſt gleich der Schmerz da.“—

„Aber warum immer Schmerz? Iſt das Leben denn nicht ſchön?— Iſt es nicht eine Gottesgabe?“

„Für Dich, Agathe, ja!“

„„Und warum nicht auch für Dich?“

Weil ich anders organiſirt bin, weil ich andere An⸗ derungen an das Glück ſtelle, weil ich, wozu das Leben iſt, frage.“

„So frage es nicht; ſo beſchränke Dich!“ ſagte ſie,