lich die Sache vortragen, und in Ihre Hand die Ent⸗ ſcheidung legen, die nur durch Ihre Autorität getrof⸗ fen werden kann. Mit Hochachtung und Freundſchaft Ihre ergebene Thekla von Gasmund, geb. von Stzenplitz.“
Sie adreſſirte den Brief an den Staatsanwalt Möſer und trug dem Diener deſſen Antwort mit zurück⸗ zubringen auf. Fände er ihn nicht zu Hauſe, ſo ſollte er ihn aufſuchen, denn die Sache habe Eile.
Mit dem gewohnten:„Ganz wohl, gnädige Frau?“ verließ Johann das Zimmer.
Frau von Gasmund ging, als er ſich entfernt, eine Weile mit gemeſſenen Schritten auf und ab, eine Bewe⸗ gung, welche den Act des Nachdenkens befördert, und wenn die Seele unruhig iſt, dem Körper wohl thut.
Was hatte Thorilde vermocht, ihr Schickſal einem jungen Manne anzuvertrauen, welcher ihr ſo wenig bie⸗ ten konnte? Das fragte ſie ſich immer auf's Neue und fand die ſie befriedigende Antwort nicht. Ein ſchönes Mädchen, ein reiches Mädchen und dabei in ſo angenehmen Verhält⸗ niſſen lebend? Sollte ſie wirklich einer ſo thörichten Liebe fähig ſein, um ſolche Güter dafür hingeben zu wollen?— Sie wiegte ihr Haupt zweifelnd.— Auch ſie hatte die


