ihrer, ein dunkler Inſtinct ſagte ihr, daß hier etwas falſch ſei, daß ſie nicht klar ſehe; allein bei ihrer Jugend und Unerfahrenheit wußte ſie dieſer Empfindung keine beſtimmte Ausl egung zu geben. Einſtweil en ſchalt ſie Ellena's Betra⸗ gen eine Thorheit.
Frau von Gasmund fand Thorilde ſehr blaß aus⸗ ſehend.„Du ißt nicht, Du ſchläfſt nicht,“ ſagte ſie, und betrachtete das ſchöne marmorbleiche Geſicht mit ſorgender Mutterliebe.“ Das muß anders werden. Ich habe den Geheimrath bitten laſſen zu mir zu kommen. Wir ſprechen darüber. Auch habe ich außerdem noch in einer A lngelegen heit, die mir großen Kummer verurſacht, mit Dir zu reden; ſei alſo darauf gefaßt, daß ich Dich zu mir beſcheiden laſſe.“
Die Betonung des„Außerdem“ jagte alles Blut in Thorilden's Wangen. Sie küßte vewirrt die Hand der Mutter und wollte ſich entfernen.
„Bleib!“ rief dieſe ihr zu. Dich heute nicht anſtrengen, Ellena mag allein die engliſche Stunde nehmen. Du kannſt mir indeſſen eine kleine Arbeit verrich⸗ ten, die Dich wohlthätig zerſtreuen wird. Ich habe auf einem Schreibtiſche im Salon alle meine Wochenrech⸗ nungen zuſammengelegt, und daneben mein Ausgabebuch aufgeſchlagen; ſei nun ſo gut dieſe einzutragen, wie Du es ſchon öfter gethan haſt. Solche mechaniſchen Arbeiten haben ihr Gutes.“


