Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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Drei Uhr, dachte Ellena aufhorchend, und überlegte, wie lang der Tag noch ſei, wie viele Stunden noch hin⸗ gehen würden, bis die Nacht komme, wo ſie mit ihren wachen Träumen entſchlummern und unter dem Eindrucke geträumter Träume zu einem neuen Tage erwachen könne.

Sie theilte mit Thorilden ein Zimmer; allein da es an das der Frau von Gasmund gränzte und die Thüre zwiſchen beiden nie geſchloſſen wurde; ſo war an ein ver⸗ trauliches Wort, welches das Ohr der Pflegemutter ſcheuete, nicht zu denken. Selten nur fand ſich eine Minute, wo Beide harmlos mit einander plaudern konnten, von Nie⸗ mand gehört als von ihrem Gotte, welchen ſie nicht als ſtrengen Richter ihrer kleinen thörichten Einfälle fürchteten.

Ihr Geſpräch von dieſem Morgen fortzuſetzen bot ſich alſo für heute wohl kaum noch Gelegenheit, und doch wünſchten Beide, wenn auch aus ſehr verſchiedenen Grün⸗ den, darauf zurück zu kommen.

„Warum,“ fragte ſich Thorilde,„dachte Ellena daran, daß Leopold ſie oder mich heirathen könne?— Warum?“ Und ihr Kopf brannte fieberhaft unter dieſem Fragen, ihr Herz klopfte laut, ihre Pulſe jagten und der Schlaf floh ihr Auge.

Ellena dagegen hatte die ſchönen vollen Arme über ihrem Haupte gekreuzt, und athmete in tiefen Zügen. Sie war ſo geſund, daß ſie nicht einmal träumte. Sie war froh geweſen den Tag zurück gelegt zu haben und die Sorge