22 ich weiß es nicht. Aber es treibt mich fort, über Berg und Thal fort, in die Welt hinaus, fort!“ „Möchteſt Du auf dem Lande leben?“ fragte Tho⸗ rilde nachdenkend. „Ja, nein,— Ich weiß es wirklich nicht. Ich glaube, ich möchte im Sturme auf einem Schiffe ſein und dann wenn der Wind hu! um meine Ohren pfiffe, würde mir wohl werden. Jedenfalls möchte ich ſingen, was ich ſingen nenne, da ich nicht ſchreien darf,“ ſetzte ſie lachend hinzu. „Haſt Du ſchon mit unſerer Mama darüber, daß es Dir hier nicht gefällt, geſprochen?“
Ellena bewegie langſam verneinend das Haupt.
„Wozu ſollte das nützen?“ ſagte ſie gleichgültig,„ſie würde mich ſchelten. Ohnehin bekomme ich Schelte genug. Was wird damit geändert?“
„Sie meint es aber gut.“
„Ja, ſie meint es gut, herzlich gut, ich weiß es; auch
bin ich ihr, wenn ich mir es recht überlege, dankbar und würde ihr Alles zu gefallen thun, ſie könnte mich durcch Waſſer und Feuer ſchicken; nur ändern kann ich mich nicht. Ich bin, wie ich bin. Eine Geſellſchaftspuppe macht ſie nimmermehr aus mir!“
„Damit wäre ihr aber allein gedient, Ellena. Sie
will Dein Glückz ſie will es aber auf vernünftigem Wege.“
„Ich weiß ſchon!“ ſagte jene, und zog ſchmunzelnd den kirſchrothen Mund zu einem Lächeln zuſammen.


