Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

den⸗

nme lena

„—

e iſt

zich

das 6 zu neine

uſt?“

21

fragte Thorilde, als habe ſie nur das gehört, und betrach⸗ tete ihre Gefährtin mit ſchalkhaftem Lächeln. Eigenthüm⸗ licher Weiſe ſchien ſie, die Jüngere, dabei die Aeltere zu ſein. Ihre kleine, zierliche, leichte Geſtalt ſaß wie hingehaucht neben der großen, üppig vollen Ellena, ihre feinen Züge und die zarte Röthe ihrer Wangen unter dem glänzenden rabenſchwarzen, glatt geſcheitelten Haare ſprachen von ſinni⸗ gem Verſtande während das ſchöne Haupt der Anderen, umſchlungen von reichen röthlich blonden Flechten, die volle Lebensluſt einer Ruben ſchen Geſtalt athmete.

Ellena beantwortete dieſe Frage mit einem Seufzer.

„Sicherlich fehlt ein Etwas meinem Leben,“ ſagte ſie melancholiſch.„Mir iſt manchmal zu Muthe, als müßte ich laut ſchreien oder aus dem Fenſter ſpringen. Wenn ich mich nur einmal ſo recht ausweinen, ſatt lachen könnte; dann möchte ich mich vielleicht ruhiger fühlen, aber irgend etwas muß geſchehen. Auch kann ich Dir ſagen, daß ich dieſe Exiſtenz nicht lange mehr aushalte. Anders muß es werden, anders um jeden Preis.“

„Aber was vermißt Du denn eigentlich?“ fragte Thorilde erbleichend.—

„Alles was Leben heißt,“ ſagte Ellena traurig, und ſtützte das reizende Haupt in die etwas große, aber ſchnee⸗ weiße und ſchön geformte Linke.—„Lege Deine Hand auf mein Herz und fühle wie es pocht. Warum, wonach—