Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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ſo tief verletzt, ja beſchämt hat! Allein, wie kann, wie darf ich hier ſchweigen?“

„Ich glaubte, Sie hätten mich zu dem Zwecke einer Mittheilung Ihres Kummers herbeſchieden?“ fragte der Freund mit Betonung.

„Lieber Geheimrath! Sie müſſen mit einer gebeugten Frau nicht ſtrenge rechten,“ ſagte ſie bittend.„Das ſchwache Geſchlecht iſt ja auf die Protection des Mannes angewieſen. Schützen Sie mich alſo gegen mich ſelbſt und vor mir ſelbſt; ſagen Sie mir, daß ich eine Thörin gewe⸗ ſen bin, mein Glück darauf gebaut zu haben, daß dieſe fremden Kinder mich wie eine eigne Mutter lieben, daß ſie mir unbedingtes Vertrauen ſchenken und meinen Wünſchen gemäß zu handeln für ein Gebot der Pflicht halten ſollten, welches Zuneigung und Dankbarkeit in ihre Herzen ge⸗ pflanzt; ſagen Sie mir, daß in ſeinen ſchönſten Hoffnun⸗ gen ſich getäuſcht zu finden der Lauf der Welt ſei, und daß ich nur erleide, was tauſend Andere vor mir bereits erlitten haben und nach mir erleiden werden; ſagen Sie mir Alles, was die Vernunft in einem ſolchen Falle vorſchreiben kann doch ob Sie mich damit zu tröſten vermögen, laſſe ich den⸗ noch dahingeſtellt ſein. Den grauſamen Stoß, welchen mein Herz erlitten hat, mildert keine Reflexion.“

„Sie ſind ſehr aufgeregt,“ warf der Arzt ein und erhob ſich.„Ich komme nach ein paar Stunden wieder, dann