Teil eines Werkes 
6. Bdchn. (1831)
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Anmerkungen. 435 ſtände gebracht hat. Dieſe Worte beziehen ſich auf die in der dritten Novelle dieſes Tages erzaͤhlte Novelle.

S. 206. 3. 1, Nicht das eben ſei, was ſie naͤmlich fuͤrchtete, daß es ſein moͤchte; wie oben geſagt worden iſt. Dieſe elliptiſche Redensart des Originals: non era tal cosa haben die Deputirten und auch Man⸗ nelli mißverſtanden, oder mißbilligen wenigſtens dieſelbe. Sie iſt aber der Schreibart des Boccaccio voͤllig angemeſſen.

S. 207. 3Z. 11 v. u., Herr Je! iſt eine verkuͤrzte Redensart gemeiner Leute, fuͤr Herr Jeſus!

S. 209. 3. 3, kriegte. Ich ſehe ſehr wohl vor⸗ aus, daß man mich dieſes veralteten Provinzialismus we⸗ gen zur Rechenſchaft ziehen wird, dennoch aber kann ich mich nicht entſchließen ihn fahren zu laſſen, beſonders in der Bedeutung, in welcher ich das Wort hier gebraucht habe. Ich haͤtte dafuͤr faſſen, greifen ſagen können⸗ aber beide Worte druͤcken mehr aus, als das alte krie⸗ gen in dieſer Bedeutung. Faſſen, ſagt Eberhard in ſeiner Synonymik, geſchieht durch Umſchließen, um es zu halten, mit welchen Werkzeugen es ſein mag; Greifen mit der Hand, den Klauen, den Pfoten vermittelſt einer Bewegung; und zeigt daher den Anfang des haltens mit der Hand an Auch Wachter in ſeinem Glosar. germ. erklärt kriegen durch canere, accipere, und meint⸗ das Wort waͤre in der gräzinſirenden Zeit gebildet worden, und zwar aus xstooßv waͤre chreijen, kriegen gemacht. Er fuͤhrt Luthers Bibel⸗überſetzung an, Jac. Kap. 4. V. 8. allein da iſt es in einer ganz andern Bedeutung gebraucht, als ich es hier gebraucht wiſſen will. Auch Wieland in ſeinen Don Sylvio, Ltes Buch Kap. 7. S. 151. gebraucht dieſes Wort, aber auch nicht in der Bedeutung, in welcher ich es hier gebraucht wiſſen will, naͤmlich die noch leiſere Beruͤhrung einer Sache, als diejenige iſt, welche Eberhard durch faſſen oder gar ergreifen ausgedruͤckt haben will, ſo daß alſo die Steigerung in der Art waͤre: kriegen.

S. 216. l. 8, huͤbſchroth zu machen; ein gewoöhnlicher Scherz der Kauf- ober Wirthsleute, ſtatt: die Flaſche mit gutem rothem Weine anzufuͤllen.