Anmerkungen. 425
Jungfrau irre geleitet wird, ohne daß er ihr nicht zu ihrem Rechte rathe und nach ſeinen Kraͤften belfe. Auch muß der Ritter enthaltſam ſein und Freitags, zum An⸗ denken an unſern Herrn, faſten, es ſei denn etwa aus Schwachheit ſeines Koͤrpers, oder zur Geſellſchaft ſeines Herrn; und iſt er ja gezwungen, dies zu brechen, ſo muß er es auf irgend eine Art durch eine gute Handlung wieder gut machen. Und hoͤrt er eine Meſſe, ſo muß er, was er hat, unſern Herrn zum Opfer darbringen; und hat er nichts, ſo bringe er ſein Herz ungetheilt zum Opfer dar.
So weit die Novelle. Es iſt ferner auch kein eitler Zuſatz der Graͤfin, daß ſie es auf ihre Koſten thun wolle, denn aus dem in der Novelle Erzaͤhlten erhellt ſchon, daß ein ſolcher Ritterſchlag keineswegs ohne vielen Koſtenauf⸗ wand geſchehen konnte. Indeſſen wenn es auch wirklich Ritter vom Bade gegeben hat, ſo ſieht man doch aus dem golgenden ſehr leicht, in welchem Sinne Boccaccio es hier verſtanden haben will, da er dem armen Mediziner ein ſo heilloſes Bad geben läͤßt.
S. 127. 8. 9„ weil ich die Handſchuhe in der Hand und lange Hoſen trage. Iſt es doch, als hätte einer unſerer heutigen Elegants Boccaccio'n zu dieſem Bilde geſeſſen.
S. 130. 3. 13, die Jungfern von Ripole, ein Nonnenkloſter in der Gegend des Prato ogni Santo (Allerheiligen-Wieſe).
S. 132. 3. 11, ſo weit ihn die Kleider be⸗ decen. Ich habe hier freilich fuͤnf Worter ſtatt des Einen im Original soppanno gebraucht. Als Hauptwort genommen, heißt es geradeweg Unterfutter; aber als Adverbium hat es die Bedeutung von unter den Kleidern; denn ſo erklaͤrt es Claud. de Herberé in dem Raggionamento: soppanno vuol dire quelle parti del corpo, che da 1 panni coperte essendo non si veggono: diejenigen Theile des Koͤrpers, welche⸗ von den Kleidern bedeckt, man nicht ſehen kann.
Ebd. Z. 3 v. u., auf die elendeſte Art um⸗ tommen moͤchtet; morto a ghiado ſagt das Ori⸗


