40 Achter Tag.
and in das Zimmer eingetreten war, ſo wie bald darauf auch alle die Andern und der Biſchof, ward dieſem der Probſt in Renza's Armen gezeigt.
Hieruͤber war der Herr Probſt aufgewacht, und da er das Licht und die Menſchen herumſtehen ſah, ſchaͤmte er ſich ſehr, fuͤrchtete ſich und ſteckte den Kopf unter die Decke.
Der Biſchof machte ihn ſehr herunter, hieß ihm den Kopf hervorziehen, und nachſehen bei wem er ge⸗ legen haͤtte.
Der Probſt ſank, da er den Betrug der Dame einſah, ſo wol dieſerhalb, als auch wegen der Schan⸗ de, die er jetzt zu erfahren glaubte, plotzlich in den tiefſten Schmerz, wie er ihn nur je gehabt hatte, kleidete ſich auf Befehl des Biſchofs wieder an, und ward, um eine große Poͤnitenz fuͤr das begangene Verbrechen zu erdulden, unter gehoͤriger Bedeckung nach Hauſe geſandt.
Der Biſchof wollte hierauf wiſſen, wie es denn zugegangen wäre, daß er hier mit Renza auf ſolche Art haͤtte zuſammen liegen können; worauf ihm die jungen Männer Alles der Ordnung nach erzählten. Nachdem der Biſchof es gehoͤrt hatte, lobte er die Frau ſehr, und eben ſo auch die jungen Maͤnner, welche, ohne ſich die Haͤnde mit dem Blute eines Prieſters beflecken zu wollen, ihn ſo wie er es werth geweſen, behandelt haͤtten. Der Biſchof ließ ihn die⸗ ſes Vergehen vierzig Tage buͤßen, aber Liebe und Unwillen ließen es ihn länger als neun und vierzig beweinen, ohne daß er eine lange Zeit nachher noch
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