36 Achter Tag.
das mit keiner Andern je begegnet iſt; vielmehr habe ich ſehr oft geſagt, wenn die Frauen von Silber wären, ſo wurden ſie nicht einen Denar werth ſeyn⸗ denn ſie hielten nicht Probe. Aver laſſen wir das jetzt: wann und wo konnen wir zuſammen ſeyn? Worauf die Dame antwortete: Mein ſuͤßer Herr,
das Wannkkoͤnnte ſeyn wenn es uns gefaͤllt, denn ich
habe keinenMann⸗ dem ich von meinen Naͤchten Re⸗ nur das Wo will mir
chenſchaft kabzulegen haͤtte, noch nicht recht in die Gedanken kommen.
Der Probſt ſagte: Wie, nicht? ei, in Eurem Hauſe. Die Frau antwortete: Herr, Ihr wißt, ich habe zwei jungere Bruͤder, welche mit ihren Geſellſchaften Tag und Nacht nach Hauſe kommen, und mein Haus iſt nicht allzu groß, und deßhalb könnte es da nicht anders geſchehen, als wenn Ihr, ohne ein Wort oder auch mur einen Laut von Euch zu geben, ſtumm, oder im Finſtern ein Blinder ſeyn wolltet. Wollt Ihr das, ſo koͤnnte es ſeyn, denn um mein Zimmer be⸗ kuͤmmern ſie ſich eben nicht; aber das ihrige liegt dem meinigen ſo nahe, daß man nicht das leiſeſte Woͤrtchen ſprechen darf, was man nicht hoͤrte.
Hierauf ſagte der Probſt: Madonna⸗ das ſoll unſere Liebe nicht um eine oder zwei Naͤchte aufhal⸗ ten, waͤhrend ich ſchon darauf denken will, daß wir anderswo mit mehr Bequemlichkeit ſeyn koͤnnen.
Die Frau ſagte: Meſſer, das ſteht ganz bei Euch; nur um eins bitte ich Euch, läßt dieß geheim blei⸗ ben, und Niemand muſſe je ein Wort davon erfahren.


