Teil eines Werkes 
6. Bdchn. (1831)
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Vierte Novelle. 35

ekelhaft, und ſie dachte darauf, ſich ihn, wenn ſie es anders nicht könnte, auf eine Art vom Halſe zu ſchaffen, wie er es verdiente, doch aber wollte ſie eher nichts thun, als bis ſie vorerſt mit ihren Bruͤ⸗ dern daruͤber geſprochen haͤtte. Sie ſagten dieſe da⸗ her, was der Probſt gegen ſie im Schilde fuͤhre, und auch was ſie zu thun beabſichtigte. Sie erhielt von ihnen volle Freiheit daruͤber, und daher ging ſie nach einigen Tagen, wie ſie es gewohnt war, nach der Kirche.

Sobald der Probſt ſie ſah, ging er ihr ſogleich entgegen, und ließ ſich, wie er es zu thun pflegte, auf eine väterliche Art mit ihr in ein Geſpraͤch ein.

Als die Dame ihn kommen ſah, und ihn dann ins Geſicht faßte, gab ſie ihm einen freundlichen Blick, und zog ſich etwas ſeitwaͤrts, da aber der Probſt ihr noch viele Worte nach gewohnter Weiſe vorgeſchwatzt hatte, ſagte ſie nach einem tieſen Seuf⸗ zer: Herr, ich habe oftmals gehoͤrt, es iſt kein Schloß ſo feſt, welches, wenn es alle Tage beſtuͤrmt wird, nicht endlich einmal eingenommen werden ſollte; und das ſehe ich ſehr gut, begegnet auch mir. Ihr ſeyd jetzt mit ſo ſußen Worten, jetzt mit dieſer, jetzt mit einer andern Gefälligkeit ſo um mich herum gegan⸗ gen, daß Ihr mich habt meinen Vorſatz brechen laſ⸗ ſen, und ich bin bereit, wenn ich Euch noch ſo ge⸗ falle, die Eure zu ſeyn.

Ganz erfrent ſagte der Probſt: Mudonna, gro⸗ ßen Dank; ſoll ich Euch die Wahrheit ſagen, ſo habe ich mich ſchon lange ſehr gewundert, wie Ihr Euch ſo gehalten habt, wenn ich bedenke, daß mir