Dritte Novelle. 31
ausſtehlich dieſe Zolleinnehmer ſind, die Alles ſehen wollen; und uͤberdies fand ich unterweges viele von meinen Cumpanen und Freunden, die mich immer
anzureden pflegen und mich zum Trinken einladen,
von denen mir aber auch Keiner ein ſtummes Woͤrt⸗ chen ſagte, ſo als wenn ſie mich gar nicht ſähen. Endlich komme ich nach Hauſe, und dieſer Teufel von verfluchtem Weibe tritt mir entgegen und ſieht mich; denn, wie Ihr wißt, ſind die Weiber Schuld daran, daß Alles ſeine Kraft verliert; und ſo bin ich, der ich mich den gluͤcklichſten von allen Menſchen in Florenz nennen konnte, der unglucklichſte geblieben. Aber darum habe ich ſie zu ſammengehauen, ſo lange ich nur noch eine Hand ruͤhren konnte. Und ich weiß nicht, warum ich noch anſtehe, ihr nicht die Adern aufzuſchneiden, denn verflucht ſey die Stunde, in wel⸗ cher ich ſie zum erſten Male ſah, und an welcher ſie mir in dieſes Haus kam. Und ſo von neuem im Zorne entbrannt, wollte er aufſtehen, und wieder auf ſie loszuſchlagen anfangen.
Als Buffalmacco und Bruno dies hoͤrten, ſtell⸗ ten ſie ſich daruͤber ſehr verwundert, und oft das, was Calandrino ſagte, vekräftigend, hatten ſie ſo große Luſt zu lachen, daß ſie faſt platzten; allein da ſie ſahen, daß er wuͤthend aufſtand, um die Frau noch einmal zu ſchlagen, traten ſie ihm entgegen, und hielten ihn zuruͤck, indem ſie zu ihm ſagten, daß die Frau hieran keine Schuld habe, ſondern er, da er doch wiſſe, wie es die Frauen machten, daß Alles ſeine Kraft verloͤre, und er ihr nicht geſagt habe, ſie


