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Dritte Novelle. 23
ſchub, und eher als ein Anderer, zum Suchen hingin⸗ gen; und auch noch den uͤbrigen ganzen Morgen ver⸗ wandte er dazu, ſie aufzuſuchen. Endlich da es ſchon Nachmittags uͤber drei Uhr war, erinnerte er ſich, daß ſie im Frauenkloſter zu Faenza arbeiteten, er ließ daher Alles ſtehen und liegen, und lief, obgleich die Hitze außerordentlich war, zu ihnen hin; nachdem er ſie zu ſich gerufen hatte, ſprach er alſo zu ihnen:
Freunde, wenn Ihr mir glauben wollt, ſo koͤn⸗ nen wir die reichſten Menſchen in Florenz werden; denn ich habe von einem Manne, der allerdings wol Glauben verdient, gehoͤrt, daß ſich im Mugnone ein Stein findet, wer den bei ſich traͤgt, wird von Kei⸗ nem geſehen; deßhalb dächte ich, wir gingen ohne Verzug hin, ehe ein Anderer danach ausginge, und ſuchten ihn. Finden werden wir ihn gewiß, denn ich kenne ihn; und haben wir ihn gefunden, was haben wir denn weiter zu thun, als ihn nur in einen Wätſchger zu ſtecken, und an die Wechſelbänke hin⸗ zugehen, die, wie Ihr wißt, immer voll Thaler und Ducaten liegen, und uns dabon zu nehmen, ſo viel wir nur wollen? Es ſieht uns ja Keiner. Auf dieſe Art können wir ſchnell reich werden, ohne daß wir noͤthig hätten, den ganzen Tag die Mauern zu be⸗ kleckſen, wie die Schnecken.
Bruno und Buffalmacco fingen bei ſich ſelbſt an zu lachen, da ſie dies hoͤrten, ſahen einander an, ſtell⸗ ten ſich aber, als wären ſie ganz verwundert daruͤber, und lobten Calandrino's Entſchluß; doch aber fragte Buffalmacco, wie dieſer Stein hieße.


