Dritte Novelle. 21
doch, ob ich jemals da geweſen bin? Ich bin Ein Mal ſo gut dageweſen, wie tauſend Mal.
Da ſagte Calandrino: Und wie viel Meilen ſind's.
Maſo antwortete: Es ſind der Meilen erſchreck⸗ lich viel, ehe Du gelangſt ans Ziel.
Calandrino ſagte: Alſo muß es viel weiter ſeyn, als Abruzzi.
Allerdings, antwortete Maſo, aber nur um einen Katzen ſprung.
Calandrino, der Einfaltspinſel, ſah, daß Maſo dieſe Worte mit einer ſo ſichern Miene und ohne zu lachen ſprach, er gab ihnen daher vollen Glauben, wie man ihn nur der ausgemachteſten Wahrheit ſchenken kann, hielt ſie fuͤr voͤllig wahr, und ſagte: das iſt mir doch ein bischen zu weit fuͤr meine Um⸗ ſtände; aber waͤr' es näher, ſo ſage ich Dir, Ein Mal moͤchte ich wol mit Dir dahin gehen, um die Maccheroni dieſen Purzelbaum machen zu ſehen, und mir dann auch noch ein tuͤchtiges Maul voll mit zu nehmen. Aber ſage mir, wenn Du wrillſt ſo guͤtig ſeyn, findet man denn in dieſen Gegenden wol hier nicht auch einen von dieſen ſo koſtbaren Steinen?
Hierauf antwortete Maſo: Ja, zweierlei Sorten von Steinen findet man hier von ſo großem Werthe. Die eine ſind die Muͤhlſteine von Sattignano und Montiſci, welche die Eigenſchaft haben, daß ſie, wenn ſie zu Muͤhlſteinen gemacht ſind, Mehl machen. Daher ſagt man in jenem Lande dort: die Gnade ommt von Gott, die Muͤhlſteine von Montiſci.


