Zweite Novelle. 17
Belcolore's Hauſe, und fand ſie zuſammen mit Ben⸗ tivegna am Tiſch beim Mittagseſſen. Hier ſetzte er den Moͤrſer nieder, und richtete die Geſandtſchaft des Pfarrers aus.
Als Belcolore hoͤrte, daß ihr der Rockelor wieder abgefodert wurde, wollte ſie antworten, aber Benti⸗ vegna zog ein boͤſes Geſicht und ſagte:
Alſo nimmſt Du ein Pfand von dem Herrn Pfarrer? Schwoͤr' ich es doch bei unſerm Herrn Chri⸗ ſtus, daß mir die Luſt ankommt, Dir eine tuͤchtige Fautze an den Hals zu ſchlagen. Marſch, gieb ihn ihm wieder, daß Du die Kraͤnke kriegen ſollſt, und nimm Dich in Acht, daß, was er auch nur jemals haben will, ja, ich ſage, wenn er auch ſogar unſeren Eſel verlangte, vielmehr alles Andere, ihm nichts verweigert wird.
Belcolore ſtand brummend auf, ging nach dem Bettkaſten hin, zog den Rockelor hervor, gab ihn dem Famulus, und ſagte: Sprich zu Deinem Herrn in meinem Namen: Belcolore ſagt, ſie bitte Gott, daß Ihr nimmermehr wieder Pfeffer in ihrem Moͤrſer ſtampfen wolltet, eine ſo ſchlechte Ehre hättet ihr ihm dadurch angethan.
Der Famulus ging mit dem Rockelor ab, und richtete die Geſandtſchaft an ſeinem Herrn aus.
Laͤchelnd gab der Pfarrer hierauf zur Antwort: Sage ihr, wenn Du ſie»mal wiederſiehſt, wenn ſie mir nicht den Moͤrſer borgen will, borge ich ihr auch nicht den Stoͤßel. Eins geht mit dem An⸗ dern auf.
Voccaccio's ſämmtl. W. 6. 2


