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Zweite Novelle. 15
vollbringen, daher ſagte er: ſiehe, Du glaubſt nicht, daß ich es Dir bringe; damit Du mir aber glaubſt, ſo will ich Dir meinen ſchwarzblauen Rockelor zum Unterpfande hier laſſen.
Belcolore hob den Kopf in die Hoͤhe, und ſagte: Hm! der Rockelor, was iſt er denn werth?
Wie? ſagte der Pfarrer, was er werth iſt? ich ſage Dir, es iſt Zweibruͤcker, ja wol Dreibruͤcker Tuch, und es gibt unter unſern Leuten welche, die ihn von Vierbruͤcker haben. Es ſind noch nicht vier⸗ zehn Tage, als ich ihn auf dem Troͤdel fuͤr baare ſieben Thaler gekauft habe, und ich habe gewiß einen guten Kauf unter fuͤnf Gulden gemacht, nach dem, was Buglietto mir daruͤber geſagt hat, der, wie Du weißt, ſich ſehr gut auf ſolche ſchwarzblaue Tuͤcher verſteht.
Na!'s mag ſeyn, ſagte Belcolore; ſoll mir Gott helfen, das haͤtte ich nimmermehr gedacht; aber gebt ihn mir nur erſt her!
Mein Herr Pfarrer, der ſich den Wanſt etwas vollgeſtopft hatte, zog ſich den Mantel aus, und gab ihn ihr; ſie aber ſagte, nachdem ſie ihn uͤber die Seite gelegt hatte: Herr, laßt uns da unter den Schuppen gehen, denn da kommt kein Menſch hin; und das thaten ſie denn. Hier nun vertrieb ſich der Pfarrer, nachdem er ihr die ſuͤßeſten Schmatzkuͤſſe von der Welt gegeben, und ſie mit den lieben Herr Gott in Verwandtſchaft geſetzt hatte, eine gute Weile auf die erfreulichſte Art die Zeit. Hierauf ging er in der Reverende fort, ſo daß es


