Teil eines Werkes 
6. Bdchn. (1831)
Einzelbild herunterladen

Achter Tag.

als ein anderer Pfarrer, der vorher da geweſen war, brachte ihnen Feſtgeſchenke, Weihwaſſer und kleine Lichtſtuͤmpfchen zuweilen bis nach Hauſe hin, wo er ihnen dann ſeinen Segen gab.

Nun begab es ſich, daß unter den andern ſeinen Pfarrtoͤchtern, die ihm zuvor gefallen hatten, ihm vor allem Eine gefiel, welche den Namen Monna Belcolore fuͤhrte, die Frau eines Arbeitsmannes, der ſich Bentivegna del Mazzo nennen ließ; es war in Wahrheit nichts als eine leidliche, friſche Vorſtaͤdte⸗ rinn, braͤunlich, unterſetzt, und die beſſer, als jede An⸗ dere auf alle Art rauf und runter ſich zu ruhren ver⸗ ſtand. Ueberdies war ſie es auch, die am beſten das Clavicembel ſchlagen konnte, wenn ſie dazu ſang: Zum Borrich fließt das Waſſer hin ꝛc., und einen Reihen und Tanz um die Saͤule, wenn es nöthig war(ſie mochte auch zur Nachbarinn haben, wen ſie wolle), mit einem ſchoͤnen und feinen Tuͤchel in der Hand, anzufuͤhren verſtand. Hierdurch war der Herr Pfarrer ſo verliebt in ſie geworden, daß er wie när⸗ riſch ſich betrug, und den ganzen Tag umher ſpio⸗ niren ging, ob er ſie nicht zu ſehen kriegen könnte. Sah er ſie alsdann Sonntags Morgens in der Kirche, ſo plarrte er ein Kyrie und ein Sanctus her, wobei er ſich aus allen Kraͤften anſtrengte, um ſich als einen großen Meiſter im Geſange zu zeigen, da es doch eher ein Eſel zu ſeyn ſchien, der ſchrie; hinge⸗ gen, wenn er ſie nicht ſah, ſo ging er ganz leicht daruͤber hin. Indeſſen wußte er es doch ſo anzuſtel⸗ len, daß Bentivegna del Mazzo nichts davon merk⸗