Achter Tag.
daß, weil ſie eben fuͤr Etwas zweihundert Goldgul⸗ den noͤthig hätte, ſie wuͤnſchte, er mochte, da er ein reicher Mann wäͤre, ſie ihr ſchenken, und dann wolle ſie immer zu ſeinen Dienſten ſeyn.
Wolfarth, der von ihrer Geldgier hoͤrte, ward über ihre Gemeinheit unwillig, und da er ſie fuͤr eine brave Frau gehalten hatte, wandelte ſeine heiße Liebe ſich faſt in Haß um, und er dachte darauf, ihr einen Poſſen zu ſpielen. Er ließ ihr daher ſagen, daß er nicht allein hierzu, ſondern auch zu allem An⸗ dern, was in ſeinem Vermoͤgen ſtände, und ihr ge⸗ fiele, bereit wäre; deßhalb ließ er ihr ſagen, er wuͤrde es ihr bringen, wenn ſie wollte, daß er zu ihr kommen moͤchte; auch ſollte Niemand weiter etwas hiervon erfahren, als ſein Compagnon, auf den er viel Vertrauen ſetze, und der mit ihm bei allem, was er thäte, in Compagnie ginge.
Die Frau, ja, wohl eher das ſchlechte Weib, war damit zufrieden, als ſie dies hoͤrte, und ließ ihm ſagen, Guasparuolo, ihr Mann, muͤſſe, ſeiner Ge⸗ ſchaͤfte wegen, in einigen Tagen nach Genua gehen, dann wuͤrde ſie es ihm ſagen laſſen, und zu ihm ſchicken.
Wolfarth ging nun, als es ihm Zeit zu ſeyn dünkte, zu Guasparuolo, und ſagte zu ihm: ich denke ein Geſchaͤft zu machen, wozu ich zweihundert Gold⸗ gulden noͤthig habe, die ich von Dir geliehen zu er⸗ halten wuͤnſche, unter den Bedingungen, die Du mir bei andern Anleihen ſchon zugeſtanden haſt.


