Achter Tag⸗
Erſte Novelle.
Wolfarth borgt von Guasparuolo Geld, accordirt mit ſei⸗ ner Frau, dafuͤr bei ihr zu ſchlafen; auf dieſe Weiſe giebt er es ihr, ſagt dann in ihrer Gegenwart zu Guasparuolo, er habe es ihr gegeben, und ſie bekraͤftiget es auch, daß es wahr waͤre.
Da es Gott einmal ſo gefuͤgt hat, daß ich an dieſem Tage mit meiner Norelle den Anfang machen ſoll, ſo bin auch ich es zufrieden. Und weil, liebe⸗ volle Maͤdchen, ſchon Vieles von den Poſſenſtreichen geſprochen worden iſt, welche Frauen den Maͤnnern geſpielt haben, ſo will ich Euch einen erzaͤhlen, den ein Mann einer Frau geſpielt hat. Nicht, daß ich etwa dadurch das, was der Mann gethan hat, ta⸗ deln oder behaupten wollte, es wäre der Frau nicht Recht geſchehen; vielmehr lobe ich den Mann und tadle die Frau, und beweiſe, daß auch die Maͤnner den zu foppen verſtehen, der ihnen glaubt, wie ſie von denen gefoppt werden, denen ſie glauben. Wer daher recht eigentlich ſprechen wollte, muͤßte, wenn ich es recht ſagen ſoll, dies kein Foppen, ſondern vielmehr ein Verdienſt nennen. Daher behaupte ich — denn die Frau muß ſo anſtaͤndig wie moͤglich ſeyn, und ihre Keuſchheit wie ihr Leben in Acht nehmen, ſich durch nichts dahin verleiten laſſen, ſie zu beflecken, und da ſie dies, unſerer Schwachheit wegen, durchaus nicht ſo kann, wie es ihr zukäme— ſo behaupte ich, die iſt des Feuers werth, welche ſich durch einen Lohn dazu verleiten läßt; dahingegen die, welche durch Liebe, deren maͤchtige Allgewalt ſie


