Teil eines Werkes 
5. Bdchn. (1831)
Einzelbild herunterladen

15⁵8 Siebenter Tag.

würde Philomene durch eine neue und eine ergoͤtzliche Liebe gefeſſelt, und eben weil es durch die Worte des Liedes ſchien, als habe ſie fruͤher ſchon mehr, wie nur durch das bloße Anſchauen davon erfahren, ſo hielt man ſie fur gluͤcklich, und Alle, die gegenwär⸗ tig waren, wurden neidiſch daruͤber. Als aber ihr Lied beendigt war, erinnerte ſich die Koͤniginn, daß der folgende Tag ein Freitag wäre, und freundlich ſagte ſie zu Allen:

Ihr wißt, edle Frauen, und Ihr, junge Männer, daß morgen der Tag iſt, welcher dem Leiden unſeres Herrn gewidmet bleibt, und den wir, wenn Ihr Euch erinnert, andaͤchtig gefeiert haben, als Neiphila Kö⸗ niginn war; deßhalb ſtellten wir die angenehmen Unterhaltungen ein, und machten es auch eben ſo am folgenden Sonnabend. Weil wir nun dem von Nei⸗ philen daruͤber gegebenen guten Beiſpiele folgen wol⸗ len, ſo halte ich es fur anſtaͤndig, daß wir uns mor⸗ gen und den folgenden Tag, unſeres ergoͤtzlichen Er⸗ zaͤhlens, wie wir es die vergangenen Tage gethan ha⸗ ben, enthalten, und uns dafuͤr zu Gemuͤthe fuͤhren, was an dieſen Jagen fuͤr das Heil unſerer Seelen geſchehen iſt..

Allen gefielen die frommen Worte ihrer Koͤni⸗ ginn, und von dieſer beurlaubt, begaben ſie ſich Alle, da ein großer Theil der Nacht ſchon verfloſſen war, zur Ruhe.

e gcgn 8

e

e c e