154 Siebenter Tag.
Gebete für ihn halten, und Almoſen austheilen ließe,
weil dergleichen denen dort oben viel nuͤtzten.
Meuccio ſagte, das wolle er gern thun; als nun aber Tingoccio von ihm ſchied, erinnerte ſich Meuc⸗ cio der Gevatterinn, daher erhob er ſein Haupt ein wenig und ſagte: Gut Tingoccio, daß ich mich an die Gevatterinn erinnere, mit welcher Du hienieden ſehr oft zuſammen geweſen biſt, was haſt Du dort für eine Strafe dafuͤr bekommen?
Hierauf antwortete Tingoccio: Lieber Bruder, als ich dort angekommen war, war einer da, der alle meine Suͤnden auswendig zu wiſſen ſchien, der be⸗ fahl mir, daß ich an einen Ort hingehen ſollte, um daſelbſt alle meine Fehler in der groͤßten Strafe zu beweinen. Hier fand ich viele, zu eben der Strafe als ich, verdammte Cameraden; und da ich nun ſo mitten unter ihnen ſtand, mich an alles erinnerte, was ich mit der Gevatterinn begangen hatte, indem ich dafuͤr eine noch weit groͤßere Strafe erwartete, als die war, die ich ſchon erhalten hatte, ſo zitterte ich vor Furcht, ob ich gleich in einem großen und gluͤhend heißen Feuer mich befand. Da dies einer merkte, der neben mir ſtand, ſo ſagte dieſer zu mir: Was haſt Du denn mehr als alle andere, die hier ſind, daß Du im Feuer Dich befindend, ſo zitterſt? Ach, ſagte ich, liebſter Freund, ich habe große Furcht vor dem Richterſpruch, den ich wegen der großen Suͤnde erwarte, die ich begangen habe. Da fragte jener mich, was denn das fuͤr eine Suͤnde wäre? Ihm ſagte ich, die Suͤnde beſteht darin, daß ich mit
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