Teil eines Werkes 
5. Bdchn. (1831)
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Zehnte Novelle.

welche alljaͤhrlich ein Mal bezahlt werden muͤſſen, noch diejenigen, welche unſerer Geſellſchaft zugeſchrieben ſind, zu zahlen; dieſe einzuſammeln bin ich von meinem Oberen, das heißt, von dem Herrn Abt, ab⸗ geſendet werden; darum kommt mit Gottes Huͤlfe nach der None, wenn Ihr die Glocken werdet laͤu⸗ ten hoͤren, hierher außerhalb der Kirche, woſelbſt ich Euch, nach gebraͤuchlicher Weiſe die Predigt halten werde, dann werdet Ihr das Kreuz kuͤſſen, und ich will uberdies noch(weil ich Euch alle als dem hei⸗ ligen, gnaͤdigen Herrn Antonius ſo ganz ergeben kenne), aus beſonderer Gnade eine uͤberaus heilige und ſchoͤne Reliquie zeigen, welche ich ſelbſt einſt aus den heiligen Ländern jenſeits des Meeres mitgebracht habe; und dies iſt eine der Federn des Engels Ga⸗ briel, welche in der Kammer der Jungfrau Maria zuruckblieb, als er ihr in Nazareth die Verkuͤndigung uberbrachte.

Nachdem er dies geſagt, ſchwieg er, und kehrte in die Meſſe zuruͤck.

Als Bruder Zipolla dies vortrug, befanden ſich unter den vielen andern auch zwei liſtige junge Maͤn⸗ ner in der Kirche, der eine Johann von Bragoniera und der andere Biagio Pizzini genannt; dieſe, ob ſie gleich ſehr ſeine guten Freunde waren, und mit zu ſeiner Geſellſchaft gehoͤrten, lachten doch herzlich mit einander uͤver Bruder Zipolla's Reliquie, und nahmen ſich vor, ihm mit dieſer Feder einen Poſſen zu ſpielen. Sie hatten erfahren, daß Bruder Zipol⸗

la auf dem Schloſſe mit einem Freunde zu Mittag