Sechſter Tag.
die ihnen von den Thoren daſelbſt geſpendet wurden, we
er hieß Bruder Zipolla, den man vielleicht ſeines die
Namens wegen, als auch ſeiner uͤbrigen Heiligkeit ſin
wegen nicht weniger gern ſah, weil dieſer Landſtrich me
die beruͤhmteſten Bollen in ganz Toscana hervorbringt. gei
1 Dieſer Bruder Zipolla war von Perſon klein, na hatte rothes Haar, ein froͤhliches Geſicht und der ter õ ärgſte Praktikenmacher von der Welt; uͤberdies aber Et war er, obgleich er auch gar nichts wußte, der beſte we und der fertigſte Sprecher, ſo, daß, wer ihn nicht W gekannt, ihn nicht allein fuͤr einen großen Redner lie wuͤrde gehalten und geſagt haben, es waͤre Jullius ke ſelbſt, oder wohl gar Quintilian. Dadurch war er ur
nun faſt von Allen in der ganzen Umgegend Gevat⸗ de
ter oder Freund oder wohlwollender Goͤnner geworden. h
Seiner Gewohnheit nach ging er im Monat bi
Auguſt unter andern auch einmal dahin, und eines z
Sonntags Morgens, als alle fromme Maͤnner und i
Frauen aus den Doͤrfern herum zur Meſſe gekom⸗ men waren, trat er, als es ihm Zeit zu ſeyn ſchien,
aus der Pfarr⸗Wohnung hervor, und ſagte: Ihr Maͤnner und Ihr Frauen, wie Ihr wißt, iſt es Eure Gewohnheit, jaͤhrlich an die Armen des n allergnädigſten heiligen Meſſer Antonio von Euren u Fruͤchten und Eurem Getreide, dieſer wenig, jener mehr, nach ſeinem Vermoͤgen oder nach ſeiner Froͤm⸗ 5 migkeit zu uͤberſenden, damit der ſelige heilige An⸗ tonius Euer Schutz ſey fuͤr Eure Stiere, Eure Eſel, Eure Schweine und Eure Schafe; und uͤberdies pflegt Ihr auch beſonders uͤber die kleinen Schulden,


