Teil eines Werkes 
5. Bdchn. (1831)
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Neunte Novelle. 27

daß er bemuͤht waͤre, ob er nicht finden koͤnnte, daß es keinen Gott gäbe.

Eines Tages begab es ſich, daß Guido von der Michaelis⸗Kirche weggegangen, und uͤber den Corſo Adimari bis zum St. Johannis gekommen war, wel⸗ ches oͤfter ſein Weg zu ſeyn pflegte. Die großen Marmor⸗Gewoͤlbe, welche heutiges Jages, ſo wie auch noch viele andere in der Kirche San Reparata ſind, ſtanden damals in der Gegend der St. Johan⸗ niskirche. Zwiſchen den Porphyr⸗Soͤulen, welche dort ſtehen, jenem Gewoͤlbe und dem Portal der St. Johanniskirche, welches verſchloſſen war, befand er ſich, als Meſſer Betto mit ſeiner Geſellſchaft zu Pferde über den Platz San Reparata kam. Sobald dieſer Guido unter den Grabmaͤlern bemerkte, ſagte er: Kommt, wir wollen ihm Eins anhaͤngen. Sie ſpornten ihre Pferde an, und uͤberfielen ihn gleich⸗ ſam in einem luſtigen Ueberfalle faſt eher noch, als er ſich deſſen verſah, und redeten ihn ſo an: Guido, Du haſt es immer ausgeſchlagen, von un⸗ ſerer Geſellſchaft zu ſeyn, aber ſieh einmal, was haſt Du nun davon, wenn Du es wirſt gefunden ha⸗ ben, daß kein Gott iſt.

Da Guido ſich von ihnen eingeſchloſſen ſah, ſagte er zu ihnen: Meine Herren, in Ihrem Hauſe koͤnnen Sie mir freilich ſagen, was Ihnen beliebt. Darauf legte er die Hand auf eine der Säulen, ſo groß wie ſie waren, nahm, da er ſehr behende war, einen Sprung, und ſchwang ſich nach der andern Seite