Sechſter Tag.
edle Maͤnner, wenn etwa welche ſich gerade da auf⸗ hielten, oder auch Buͤrger ſelbſt. Einmal wenigſtens im Jahre kleideten ſie ſich ganz gleich, und ſo rit⸗ ten ſie an den merkwuͤrdigſten Tagen durch die Stadt, und ſtellten Luſtgefechte an, beſonders an den vor⸗ zuglichſten Feſten, oder wenn eine froͤhliche Nachricht von einem Siege, oder ſonſt von etwas nach der Stadt gekommen war. Unter dieſen Geſellſchaften war eine von Meſſer Betto Brunelleschi, in welcher Meſſer Betto und ſeine Gefaͤhrten ſich vorgenom⸗ men hatten, Guido, einen Sohn Meſſer Cavaleanti, aus der Familie Cavalcanti mit hinein zu ziehen, und das nicht ohne Grund; denn außer daß er der veſte Logiker war, den nur die Welt hatte, und der beſte Naturphiloſoph(warum ſich die luſtige Geſell⸗ ſchaft wenig bekuͤmmerte) war er der feinſte und ge⸗ ſittetſte Menſch, der die Sprache ganz in ſeiner Ge⸗ walt hatte, und der alles, was er thun wollte, und was einem edlen Manne zukam, beſſer, als nur ir⸗ gend einer verſtand; der uͤberdies noch ſehr reich war, und Jeden, von dem er einſah, daß er es ver⸗ diente, ſo zu ehren wußte, wie man es nur wuͤnſchen konnte. Indeſſen Meſſer Betto hatte es nie gluͤcken wollen, ihn an ſich zu ziehen, und er glaubte mit ſeinen Gefaͤhrten, das kaͤme daher, weil Guido, wenn er zuweilen in Spekulationen vertieft waͤre, ſich we⸗ nig um andere Menſchen bekuͤmmerte. Und wenn er auch gleich zuweilen etwas an die Meinung der Epi⸗ kuraer anſtreifte, ſo hieß es bei dem gemeinen Volke, dieſe ſeine Spekulationen beſtaͤnden allein nur darin,


