Teil eines Werkes 
5. Bdchn. (1831)
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24 Sechſter Tag.

eines Tages, daß, als ſie nach Hauſe zuruͤckkehrte, wo Fresco ſich aufhielt, und ſie ſich voll ekeler Zie⸗ rereien in ſeine Nähe ſetzte, ſie nichts anderes that als keichen, weßhalb denn Fresco ſie fragte: Ceska, was ſoll das heißen, es iſt heute ein Feſttag, und doch biſt Du ſo fruͤh nach Hauſe gekommen?

Mit der widrigſten Ziererei antwortete ſie: Es iſt wahr, ich bin bald wieder gekommen, weil ich nicht glaube, daß es in dieſem Lande widerwärtigere oder unausſtehlichere Männer oder Frauen gibt, als wie ſie heute ſind; und es iſt keiner uͤber die Straße gegangen, der mir nicht mehr mißfallen hätte als das boͤſe Uebel; ich glaube auch, es iſt in der Welt keine Frau, der es fataler ware, ſolche Widerwärti⸗ gen zu ſehen, als mir, und um die nicht zu ſehen⸗ bin ich nach Hauſe zuruͤckgekommen.

Fresco, dem die unausſtehlichen Manieren der Nichte gewaltig mißfielen, ſagte: Kind, wenn Dir die Widerwärtigen ſo widerwärtig ſind, ſo ſieh Dich niemals im Spiegel, wenn Du vergnuͤgt leben willſt.

Sie aber eitler wie ein Rohr, ob ſie ſich gleich weiſer duͤnkte als Salomo, verſtand doch nicht anders, wie ein Schoͤps, Fresco's wahres Wort; ja ſie ſagte ſogar: ſie wuͤrde ſich in den Spiegel ſehen, wie die anderen.

Und ſo verblieb ſie in ihrer Dummheit und ver⸗

harrt auch noch darin.

Neunte Novelle. Guido Cavalcanti gibt gewiſſen florentiniſchen Cavalieren,