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Achte Novelle. 23
Gedanke eine ganze Weile ſehr weit von hier ent⸗ fernt gehalten hat, ſo will ich, um dem Befehle un⸗ ſerer Koͤnigin nachzukommen, vielleicht mit einer weit kleineren Novelle deſſelben mich entledigen, als ich gethan haben wuͤrde, wenn ich meine Gedanken hier gehabt haͤtte, und will ich Euch den thörichten Irr⸗ thum eines Mädchens erzählen, den ihr Onkel durch ein ſcherzhaftes Wort verbeſſern wollte, wenn ſie im Stande geweſen wäre, daſſelbe zu verſtehen.
Es hatte alſo ein Gewiſſer, der ſich Fresco da Celatico nannte, eine Nichte, die man mit einem Schmeichelnamen Ceska nannte. Dieſe, wenn ſie auch gleich eine recht ſchoͤne Geſtalt und auch ein huͤbſches Geſicht hatte, dennoch aber kein ſo engli⸗ ſches Maͤdchen war, wie wir deren wohl viele geſe⸗ hen haben, hielt ſich fuͤr ſo hoch und ſo edel, daß es ihr zur Gewohnheit geworden war, Maͤnner und Frauen, und alles was ſie ſah, zu tadeln, ohne auf ſich ſelbſt nur die mindeſte Ruͤckſicht zu nehmen, da ſie ſelbſt doch ſo mißfaͤllig, ſo ſelbſtgefällig, ſo reizbar war, wie nur irgend eine, daß ihr nichts recht gemacht werden konnte; und über dies alles war ſie ſo ſtols, daß⸗ wenn ſie aus dem koͤniglichen Hauſe von Frankreich hergeſtammt wäre, es ungeziemend wuͤrde geweſen ſeyn. Und wenn ſie auf der Straße ging, ſo roch ihr alles ſo ekelig an, daß ſie nichts anders that, als die Naſe ruͤmpfen, ſo, als wenn ihr von allem, was ſie ſah oder ihr begegnete, der haͤßlichſte Geſtank entgegen käme. Ihre andern widerwaͤrtigen und ver⸗ haßten Manieren jett bei Seite geſetzt, begab es ſich


