Sechſter Tag. dieſe luſtige Frage mit angehoͤrt hatten, ploͤtzlich nach vielem Lachen, wie aus einem Munde alle rie⸗ fen: Die Frau hat Recht, und ſpricht gut. Und ehe ſie noch von hier wieder fortgingen, ſchraͤnkten ſie, da der Richter ſelbſt ſie darin beſtärkte, das grau⸗ ſame Statut ein, und ließen es nur allein fur dieje⸗ nigen Frauen Anwendung finden, welche ſich fuͤr Geld gegen ihre Maͤnner vergingen.
Rinaldo, uͤber ein ſo thoͤrichtes Unternehmen ganz beſtuͤrzt, verließ das Gericht, und die Frau kehrte froͤhlich und frei, als wenn ſie aus dem Feuer gerettet worden waͤre, nach ihrer Wohnung ruhm⸗ voll zuruͤck.
Achte Novelle.
Fresco ermahnt die Nichte, ſich nicht in dem Spiegel zu beſehen, wenn, wie ſie ſagte, die Widerwärtigen ihr ſo fatal wären.
Die von Philoſtratus erzaͤhlte Novelle reizte an⸗ fanglich ein wenig die Schamhaftigkeit in den Her⸗ zen der zuhoͤrenden Damen auf, und ſie bewieſen es durch die ehrbare Roͤthe, welche ſich auf ihren Geſich⸗ tern zeigte; und doch konnten ſie ſich kaum, wenn eine die andere anſah, des Lachens erwehren, als ſie ſchmunzelnd ſie mit anhoͤrten. Indeſſen da er ans Ende damit gekommen war, wandte die Koͤnigin ſich zu Emilien, und trug ihr auf zu folgen. Schnau⸗ fend, nicht anders, als wenn ſie aus dem Schlaf ſich erhoͤbe, fing ſie an:
Liebe junge Mädchen, ob mich gleich ein langer
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